Design Thinking: Eine App, die ein niederschwelliges Sportangebot bietet

Von der groben Produktidee zum Prototypen

Aufgabe
Eine App soll Menschen mittleren Alters helfen mehr Sport zu treiben. Es sollen insbesondere die Menschen angesprochen werden, die sich aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) motivieren können. Um herauszufinden, was sie motiviert und was sie brauchen um wieder mehr Sport treiben zu können, wurde ein Design Thinking-Prozess durchlaufen.

Hierbei handelt es sich um ein Projekt einer Weiterbildungsmaßnahme. Nach dem finalen Prototypen wurde dieses Projekt also nicht weiter verfolgt. Da dieser Case aber zeigt, was „early-on UX-Maßnahmen“ aufdecken können, gehört er unbedingt in mein Portfolio.

Methoden & Leistungen

User Interviews / Analyse & Define / Empathy Maps & User Personas / Problem Statement / Journey Maps / Flow Diagram / Sketches / Prototype

Tools

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Prototyp vom Welcome Screen der Sport App

Key Insights

Ich hatte angenommen, dass bei diesem Projekt eine App entsteht, die verschiedene Trainings-Einheiten für zuhause bereitstellt. Doch die User Interviews haben schnell offenbart, dass eine solche App nicht den Bedürfnissen der hier angesprochenen Zielgruppe entspricht. Die Teilnehmer:innen wünschten sich vielmehr einen leichten und flexiblen Zugang zu lokalen Sportangeboten und vor allem sportliche Angebote bei denen sie auf andere Menschen treffen. Sie wünschen sich Austausch, Spaß und wollen mitgerissen werden. Dass heißt, für die Nutzer:innen braucht es Mehrwerte, das Sportangebot allein reicht nicht aus.

Nur aufgrund der User Interviews upfront sind in diesem Design Thinking-Prozess Ideen entstanden, die den tatsächlichen Nutzerwünschen entsprechen.

Der Design Prozess

Research – User Interviews

Um herauszufinden was die Menschen der Zielgruppe bewegt, wurden mehrere Interviews geführt. Die größte Überraschung war, dass alle Teilnehmer:innen nicht an Trainings interessiert waren, die sie allein zuhause durchführen können. Sie wünschten sich vielmehr Gemeinschaft und Austausch.

Diese Erkenntnis führte also zur Verwerfung der Idee eine App mit Trainingseinheiten zu entwerfen. In den weiteren Schritten sind nach und nach neue Ideen für Inhalte und Funktionen entstanden, die ohne die Interviews und Early-Design-Tests nicht aufgekommen wären.

Su Wiemer mit Fragebogen kurz vor dem User Interview

Analyse & Define – Empathy Maps, User Personas, Problem Statements

Nach den Interviews wurden anhand von Empathy Maps die wesentlichen Informationen herausgefiltert. Es sind User Personas entstanden, die geholfen haben, die Zielgruppe, ihre Situation und Wünsche besser zu verstehen. Am Ende dieser Phase haben Problem Statements und How might we-Fragen geholfen, erste Anfoderungen herauszufiltern.

User Persona von Sportmuffel Sabine
Screenshot einer Empathy Map

Analyse & Define – Experience Map & Perspective Grid

In einer Experience Map haben wir die Over-All-Erfahrung von Frauen gespiegelt, die sich dazu entschlossen haben, wieder mehr Sport zu treiben. Es hat sich gezeigt, dass die Motivation insbesondere bei der Suche nach einem passenden Sport-Angebot massiv sinkt. Denn der Aufwand ist hoch und es kostet viel Zeit, alle Anbieter für mehr Hintergrundinfos zu scannen oder zu kontaktieren.

Die Problem Statements, How might we-Fragen und die Erkenntnisse der Experience Map flossen in ein Perspective Grid, das verdeutlich, welche Features in der App Sinn machen würden.

User Persona von Sportmuffel Sabine

Ideate – Flow Diagram & Skizzen

Die Entwicklung der Funktionen und Inhalte erfolgte über User Journey Maps, Flow Diagramme, Skizzen und Wireframes. So entstand Schritt für Schritt ein rundes Angebot an Informationen und Funktionen, die den Nutzerinnen helfen passende Sport-Angebote zu finden.
Flow Diagram der Informations Architektur der Sport App
User Journey Map von Sportmuffel Sabine
Skizzen von Screens und Funktionen der Sport App

Prototype

Anders als ursprünglich gedacht ist der Prototyp einer App entstanden, die eine Übersicht an lokalen Sportangeboten bietet, die leicht zugänglich und flexible buchbar sind. Berücksichtigt sind 

  • eine Übersicht diverser Sport-Angebote (Kurse, Lauf-Treffs, Vereinssport, Tanzschulen,…) und Detailansichten,
  • Map- und Kalender-Einträge,
  • Gamification (Challenges, Unterstützung bei der Ereichung von Zielen, Pokale etc.),
  • Reminder,
  • Equipment-Vorschläge,
  • Connection und Austausch mit Freunden und
  • Notifications.

Als Erweiterung sind Health- & Ernährungs-Tipps und kleine Übungseinheiten denkbar, die am Schreibtisch oder an einem trainingsfreien Tag ausgeführt werden können.

Mehrere Screens der Sport App im Überblick
Mehrere Screens der Sport App im Überblick
Der Home-Screen zeigt chronologisch die aktuellen Sport-Angebote in der näheren Umgebung. Über Tags können die Ergebnisse gefiltert werden.
Mehrere Screens der Sport App im Überblick

Mit einem Klick auf ein Angebot erscheinen Details (Beschreibung des Trainings, Örtlichkeit, benötigtes Equipment…) und die Buchungs-Funktion.

Mehrere Screens der Sport App im Überblick
Auch in der Map sind die aktuellen Angebote zu sehen. Mit einem Klick auf ein Angebot kann zwischen Detailansicht des Angebots und Routenplanung/Navigation gewählt werden.
Mehrere Screens der Sport App im Überblick
Im Kalender werden gebuchte Trainings vermerkt (grün) und es lassen sich freie Tage für mögliche Trainingseinheiten markieren (grau). Diese Markierung führt dazu, dass nur Trainings angezeigt werden, die an diesen Tagen statt finden.
Mehrere Screens der Sport App im Überblick

Im Profil werden die Erfolge und die Trainings-Ziele angezeigt. Über favorisierte Sportarten kann das Sport-Angebot, das in der App angezeigt wird, gefiltert werden.